zwei Männer im Lager
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Das Netz im Netz

Die Simulation und das Testen von neuen Materialien, Prozessen und Produkten spielt eine immer stärkere Rolle in der Luft- und Raumfahrt, aber auch in Branchen wie Automotive, Schienenverkehrstechnik und Energieerzeugung. Berlin-Brandenburg als drittgrößter Luft- und Raumfahrt-standort Deutschlands ist hier gut aufgestellt: In der Region sind zahlreiche große, aber vor allem mittelständische Testhäuser und Prüfeinrichtungen angesiedelt. Unter ihnen entstand vor zwei Jahren die Idee zu „InnoTesting“, einer Konferenz und künftigen Plattform für die ansässige und überregionale „Testerszene“.

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Prof. Biermann und Dr. Born freuen sich über den Erfolg der Konferenz „InnoTesting 2014“. Seitdem die Veranstaltung im Jahr 2012 zum ersten Mal in Wildau stattfand, ist die Zahl der Teilnehmer auf 130 angewachsen. „Aber besonders spannend finde ich,“ resümiert Biermann, „dass immer mehr Interessenten von außerhalb der Region und sogar aus Ländern wie USA, England, Spanien, Mazedonien und China kommen.“ Rolls-Royce-Mann Born ergänzt: „Wir haben von Anfang an nicht nur Akteure der Luftfahrtindustrie, sondern auch ‚benachbarter‘ Branchen wie Automobil und Schienentechnik angesprochen. Erfreulicherweise spiegelte sich dies 2013 und 2014 in der Struktur der Konferenzbesucher wider.“

Testing verlangt Spezial-Denke

Der Simulations- und Testingmarkt sei eine Nische mit „Wachstum in Mainstream-Proportionen“, meint Biermann, der auch Professor für Betriebswirtschaft an der TH Wildau ist. Die Anforderungen steigen stetig dank der gesetzlichen Auflagen bezüglich Produkthaftung und Verbraucherschutz. Andererseits gehören Testingenieure in jedem Produktionsunternehmen zu den Exoten, da sie sich „in einer Welt von Wahrscheinlichkeiten“ bewegten.

Rolls-Royce MTOC, das Dr. Born leitet, ist – was den exotischen Charakter betrifft – wohl eher eine Ausnahme. Das Unternehmen beschäftigt allein 70 Ingenieure und Techniker, die Material- und Komponententests für die unterschiedlichsten Geschäftsbereiche von Rolls-Royce durchführen. Dadurch sind sie entscheidend an der Entwicklung von Flugtriebwerken, Energiegasturbinen und Schiffsantrieben beteiligt. Insgesamt arbeiten in Dahlewitz mittlerweile 2.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus über 50 unterschiedlichen Nationen.

Aber unabhängig, ob Global Player wie Rolls-Royce oder mittelständisches Ingenieurbüro – bei den Akteuren in dem so wichtigen Spezialgebiet Testing setzt sich die Erkenntnis durch, dass sie künftig „industrieller“ und flexibler arbeiten müssen. Und dies geht nun mal am besten gemeinsam.

InnoTesting – Kristallisationspunkt der Testing-Branche

Die jährlich stattfindende Konferenz „InnoTesting“ hat sich in nur drei Jahren als hochkarätiges Fachevent und Forum der Branche etabliert. Sie stellt für die teilnehmenden Unternehmen der Region ein hervorragendes Instrument zur Kundenbindung, zur Präsentation ihrer Kompetenzen und zur Neukundenakquise dar.

Dr. Michael Born als Chairman der Veranstaltung und Prof. Dr. Thomas Biermann als Mitglied des Leitungsgremiums sind sich ziemlich sicher, dass „InnoTesting“ über kurz oder lang auch zu neuen Unternehmensansiedlungen in Berlin-Brandenburg beiträgt. Die Konferenz „InnoTesting 2015“ ist jedenfalls schon in der konkreten Planung.